LEO HAINZL Demagination

Das multidisziplinäre Projekt thematisiert eine Abkehr von bildlichen Vorstellungen. Es geht um ein Relativieren traditioneller Geschlechtlichkeit und die derzeitigen Probleme einer medial beeinflussten Gesellschaft damit. Künstlichkeit ist ein massentaugliches Surrogat und verspricht Unantastbarkeit, im Idealfall sogar Bewunderung. Seit der Neuzeit gibt es androgyne Körperdarstellungen, um die Wahrnehmung der Betrachtenden zu irritieren oder deren Sichtweisen zu gesellschaftlich tolerierten Verhaltensweisen aufzuwühlen.

Bildreflexionen mit leicht abstrahierten Umsetzungen gehen der Frage nach, wie man als Kunstschaffende(r) unerwartete Herausforderungen in einer (post-)pandemischen Phase behandelt. Wie kann eine kollektive Entwicklung in einer prekären Situation nachvollziehbar und sichtbar gemacht werden? Autonomes Handeln und eine Konzentration auf vorhandene Ressourcen werden mitunter als schwache Leistungen degradiert. Wer spricht eigentlich noch über sogenannte Produktions-
bedingungen? Das Ausstellungsprojekt hinterfragt ästhetische Prozesse einer analogen Bildverarbeitung (Zeichnung wie Malerei) und einer kulturellen Erinnerung mit digitalen Dokumenten.

Jacopo Carrucci da Pontormo (1494-1557) war introvertiert und litt an sozialer Angststörung und Panikattacken. Die Darstellungen seiner Figuren sind regungslos ernst oder mit Trauer erfüllt. Männliche und weibliche Merkmale wurden von ihm verwischt. Oftmals wird kritisiert, warum nur Männer jahrhundertelang als Talente gehandelt und Frauen in der Kunst bestenfalls geduldet wurden. Allerdings fehlt nach wie vor ein fundiertes Bewusstsein beim Publikum und in der Kunstszene allgemein, dass psychische Belastungen oder Erkrankungen geschlechtsfrei sind.

Die Motive behandeln eine Konfrontation mit ungewohnten Umständen und ein Verschwinden (direkter) zwischenmenschlicher Kontakte. Einzelne Bildelemente der drei Werkzyklen Restriction I & II (2020), Face cover I & Everyday (2021) und Repeat the b(e)at (2021) entstanden für digitale Lehrveranstaltungen am Institut für Kunst und ihre Vermittlung an der Leuphana Universität Lüneburg (Land Niedersachsen). Die Komplexität ist weiterhin nicht zu unterschätzen, mit analogen Malmitteln den Anfang und den Abschluss eines physischen Werks zu setzen.

 

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag: 10 – 18 Uhr, Sonntag: 10 – 16 Uhr

Dauer der Ausstellung: 25.11.2022 – 05.02.2023

Am 24., 25. und 31. Dezember 2022 sowie am 1. Jänner 2023 bleibt die Ausstellung geschlossen.

Informationen zur Veranstaltung

Beginn der Veranstaltung Do 24.11.2022 19:00
Ende der Veranstaltung 05.02.2023
Veranstaltungsort kunsthaus muerz

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