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Resolution für die Chirurgie unseres LKH

Auf Initiative des Mürzzuschlager Bürgermeisters Karl Rudischer trafen sich die Bürgermeister und Gemeinderäte der Gemeinden Mürzzuschlag, Ganz, Krieglach, Langenwang, Spital, Kapellen, Altenberg, Neuberg und Mürzsteg im Kunsthaus Mürzzuschlag zur Unterzeichnung der Resolution
Karl Rudischer, Mürzzuschlag betonte: “Die Medizin entwickelt sich in raschen Schritten, die Spezialisierung nimmt zu. Wir wissen schon, dass das Angebot des gesamten Leistungsspektrums einer modernen Chirurgie nicht in jedem Haus angeboten werden kann.“ Für Rudischer müssen die grundsätzlichen und wichtigen Dinge künftig aber sicher möglich sein. In der Resolution werden unter anderem die Nachbesetzung des Primariates und selbstständige Leitung der Chirurgie in Mürzzuschlag sowie die Aufrechterhaltung und Stärkung der Versorgungsfunktion rund um die Uhr gefordert.
„Es muss nicht immer zu Lasten der kleinen Krankenhäuser und des ländlichen Raumes eingespart werden. Wenn man möchte kann man durch eine Schwerpunktsetzung einiges bewerkstelligen,“ meinte der Mürzer Bürgermeister und brachte das Beispiel Stolzalpe. „Dieses Krankenhaus liegt sicher nicht zentral, hat  aber aufgrund der Spezialisierung regen Zuspruch und die erforderliche Auslastung. Chirurgische Orthopädie, die Behandlung des Bewegungsapparates, ein großes Thema für die Zukunft, könnte so ein Schwerpunkt für unser LKH sein. Man muss ja nicht immer nur in den Ballungsraum fahren. Das funktioniert hervorragend, so wie das auf der Stolzalpe praktiziert wird.“
Auch die folgenden Argumente und Beispiele in den Stellungnahmen der Bürgermeister zeigten die Einigkeit der politisch Verantwortlichen über Parteigrenzen hinweg  und wie unverzichtbar eine vollwertige chirurgische Versorgung im LKH Mürzzuschlag tatsächlich ist.

Regina Schrittwieser, Krieglach: „Immer wieder werden Infrastruktur-Einrichtungen in Frage oder ganz eingestellt  Die Aufgaben bleiben dann bei den Gemeinden. Ein solcher Punkt ist auch die Geschichte des LKH Mürzzuschlag. Jeder bekennt sich dazu, sagt es muss erhalten bleiben, aber trotzdem wird es immer weniger. Schauen wir doch, dass der ländliche Raum lebenswert erhalten bleibt.“

Karl Heinz Mayer, Mürzsteg: „Mürzsteg ist die flächenmäßig größte Gemeinde des Bezirkes. Das Gemeindegebiet reicht bis zum Niederalpl  und auch zur Niederösterreichischen Landesgrenze. Schon die Anfahrtsstrecke der Rettung aus Mürzzuschlag zum Einsatzort kann bis zu 40 Kilometer betragen. Nach Bruck kommen weitere 30 km dazu.
Die große Entfernung und besonders die klimatischen Gegebenheiten im Winter schaffen im medizinischen Notfall - Unfälle im Straßenverkehr oder im Tourismus, Arbeitsunfälle und allgemeine gesundheitliche Notsituationen - große Probleme.
Was in der Sommersaison noch zum Teil so recht und schlecht möglich ist, wird in den Wintermonaten durch extreme Straßenverhältnisse zur lebensbedrohenden Gefahr! Witterungsbedingt sind dann auch Hubschraubertransporte häufig nicht möglich.“

Werner Stieninger, Altenberg: „Unfälle im waldreichsten Bezirk Österreichs, 78 % sind Wald, stellen eine große Gefahr dar. Die Sturmschäden der letzen Katastrophe sind noch nicht vollständig aufgearbeitet, Weitere Unwetter sind vorprogrammiert. Zu den weiten Anfahrtswegen nach Altenberg kommen noch zusätzlich die Entfernungen auf den Forstwegen.“

Reinhard Reisinger, Spital/Semmering: „Die chirurgische Nahversorgung ist nicht nur aus der Sicht der Bevölkerung wichtig, auch für die Gäste im größten Schigebiet Ostösterreichs ist sie unverzichtbar. Jährlich 360.000 Personenbeförderungen im Gebiet Stuhleck und 160.000 am Hirschenkogel erfordern eine schnell erreichbare und funktionierende Akutchirurgie in Mürzzuschlag.“

Reinhard Tesch, Kapellen: Anhand eines besonders dramatischen Beispiels berichtete er über den monatelangen Leidensweg eines Unfallopfers durch die fehlende Möglichkeit einer Akutoperation in Mürzzuschlag und den daraus resultierenden Folgen.

Albert Felser, Neuberg: „Öffentlicher Verkehr ist im Neubergertal nahezu nicht vorhanden, ältere Menschen haben kein Auto, darum ist die Erhaltung einer vollwertigen Chirurgie in Mürzzuschlag enorm wichtig. Wir wollen keine Menschen der Kategorie 2 sein, für die es heißt ‘wenn du was hast, dann schau selbst, wie du dir hilfst’. Das kann es nicht sein!" Und auch Felser berichtet von einem Vorfall, der nur durch besonderes Glück nicht tragisch endete.

Andreas Rinnhofer, Ganz: „Das Rote Kreuz hat große finanzielle Probleme. Das hat auch besonders mit vermehrten Fahrten ins LKH Bruck zu tun. Und die dadurch wesentlich länger dauernden Einsätze schaffen personelle Probleme.“

Max Haberl, Langenwang erinnerte an den historischen Werdegang unseres Krankenhauses seit dem Jahr 1891 und an die gesetzten Bemühungen zur Erhaltung des Landeskrankenhauses im bestehenden Umfang.

Abschließend unterzeichneten die Gemeindemandatare die Resolution, die von den Bürgermeistern an den zuständigen Landesrat Hirt und den KAGES-Vorstand persönlich übergeben werden soll.

Zum Wortlaut der Resolution ...